Die Behandlung des Keratokonus durch Cornea-Cross-Linking

Keratokonus

Der Keratokonus ist eine angeborene Erkrankung der Hornhaut des Auges. Durch die zunehmende kegelförmige Wölbung und Verdünnung der Hornhaut und ihre dadurch verursachte Formveränderung verschlechtert sich das Sehvermögen in kürzester Zeit. Diese Veränderungen treten meist beidseitig auf, jedoch ist ein Auge häufig stärker und früher betroffen als das andere. So kommt es zu Kurzsichtigkeit, Abnahme der Sehschärfe, Doppelbildern, Lichtempfindlichkeit und der Wahrnehmung von Lichtringen um Leuchtquellen, sogenannte Halos.
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Häufigkeit und Ursachen des Keratokonus

In Deutschland ist etwa einer von 40.000 Menschen betroffen, darunter Männer doppelt so häufig wie Frauen. Der Keratokonus tritt zwischen dem Beginn der Pubertät und dem 30. Lebensjahr auf, es gibt allerdings auch Fälle, in denen Kinder oder Erwachsene zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr erkranken. Man geht davon aus, dass die Entstehung der Krankheit auf einer Stoffwechselstörung beruht und eine genetische Ursache hat. Die genaue Entstehung ist allerdings noch nicht bekannt. Ein Risikofaktor jedoch ist heftiges, über einen langen Zeitraum andauerndes Augenreiben, zum Beispiel bei Allergien.

Therapie des Keratokonus

Die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten des Keratokonus, wie die Korrektur durch Brillen oder spezielle Kontaktlinsen als auch die operative Implantation einer speziell angefertigten Intraokularlinse und die Einpflanzung von Kunststoffringen (INTACS) in die Hornhaut bringen zwar das Sehvermögen vorübergehend, brachten jedoch keine Heilung. Etwa ein Fünftel der Patienten sind auf ein Hornhauttransplantat angewiesen. Diese aufwendige Operation muss alle 10-20 Jahre wiederholt werden und bedarf regelmäßiger Nachkontrolle. Des Weiteren birgt sie das Risiko der Abstoßung des Implantats durch den eigenen Körper oder sogar das Wiederauftreten der Krankheit. Eine neuartige Therapie auf diesem Gebiet ist das Cornea-Cross-Linking.

Was ist und wie funktioniert Cross-Linking?

Cross-Linking ist seit 10 Jahren eine Therapiemöglichkeit des Keratokonus. Um die Zustandsverschlechterung der Hornhaut bereits in frühen Stadien aufzuhalten, werden die Fasern der Hornhaut durch eine Kombination von Vitamin B2 (Riboflavin) und UV-Strahlung stärker vernetzt und somit mechanisch stabilisiert. Cross-Linking wird seit einigen Jahren auch in anderen Fachbereichen der Medizin (Orthopädie, Hals-Nasen-Ohren, Herzchirurgie) angewandt.

Die Operation

Die Operation wird unter örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt. Abschließend wird eine therapeutische Linse auf die Hornhaut gelegt, die nach wenigen Tagen vom Arzt wieder entfernt wird. Der Eingriff hat eine Erfolgsquote von beinahe 100%.

Zur Linderung von möglichen Beschwerden wie Brennen oder Juckreiz werden Augentropfen verschrieben. Nach dem Eingriff müssen sechs Wochen lang cortisonhaltige Augentropfen angewendet werden. Das bisherige Sehvermögen erhält der Patient kurze Zeit nach der Operation zurück.

Fazit

Mit der Cornea-Cross-Linking-Behandlungsmethode ist es möglich geworden, einen bisher nicht zu bremsenden Krankheitsverlauf durch einen verhältnismäßig risikoarmen Eingriff aufzuhalten und damit dem Patienten eine aufwendige Keratoplastik (Hornhauttransplantation) zu ersparen.

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